DE PROFUNDIS

waywardcastiel:

i hate it when you’re walking along and you suddenly become really self-conscious about the way you are walking so you concentrate on walking normally and just end up like

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(via rebellischekids-vombahnhofzoo)

cockchomp:

not killing myself is a personal achievement but you cant really brag about that at dinner parties

(Source: cervicks, via morgen-roede)

Ungeschickte Liebesbriefe I


Nach Stunden, die - obgleich ohne Worte - so erfüllt für mich waren, dass ich nun eigentlich für immer schweigen müsste, habe ich nichts als diese einfältigen, dürren Worte. Aber es brennt in mir, dass ich nicht anders kann.

…Du bist das Schönste was ich jemals sehen durfte… 

Schon in dem ersten Augenblick als ich dich sah, schon nach dem ersten seelenvollen Händedruck wusste ich, dass du mein Untergang sein würdest - alles in mir ist gestorben. Wenn nur dieses Lächeln - und wenn es nur aus Anstand und Höflichkeit war! - für mich bestimmt war, könnte ich nicht glücklicher sein. Die triste Welt entflammte in tausenden von Farben, die Luft wurde zu schwer zum Atmen - und alles entsprang diesen Augen von blassem Azur.

Und auch am nächsten Abend - wie ich ausschau nach dir hielt! Nach deinen Augen, deinem Lächeln, deinen würdevollen Bewegungen, dir bloß beim Atmen zuzusehen! Wie alles in mir zitterte, wenn mich nur diese Augen trafen und mich wach rüttelten, dass es nicht an mir ist jemanden wie dich zu umschwärmen und doch jedes mal heimlich flehend dass du wiederkommen würdest, wenn ich dich im Raum nicht fand.

Dann dieser kurze Tanz, der sich noch immer wie ein Traum, so unwirklich anfühlt - ich weiß nicht, was ich dir darüber sagen kann, denn vielleicht könnte ich mich gar nicht verständlich machen: deine Arme, deine Wangen, dein Haar, deine Schultern; alles war, was ich ersehnte! Dein Gesicht war, wonach ich bebend Ausschau hielt - alles verblasst vor dir. Nach diesen kürzesten Augenblicken, die für dich ein Akt der Etikette und Höflichkeit, so alltäglich, so nichtig, so trivial, lästig und vergesslich waren, hallt es immer und immer wieder in meinem Kopf. Alles trägt deinen Namen, alles strahlt! Und ich wünschte, ich könnte es bereuen, deine Hand angenommen zu haben! Aber ich tue es nicht und ich stehe kurz davor auf allen Straßen deinen Namen auszurufen, damit jeder hört wer mich gemacht hat!

Doch sitze ich hier, matt, niedergestreckt, will rational bleiben, mir gestehen dass ich dich nicht kenne, dass ich dich verkläre, glorifiziere. Du nur ein Geist bist, den ich mir selbst erschaffen habe, eine Silhouette all meiner romantisch verklärten Vorstellugen, bloß ein Schatten dessen worauf ich mein Leben zu warten glaubte. Versuche mir einzureden, dass du vielleicht sogar ein abscheulicher Mensch bist, um den Geist den du mir einhauchtest, den ich im Äther verglimmt glaubte wieder in selbigem zu ersticken.

All meine Blumen, die ihre Blüten flehend nach dir ausstreckten verlieren ihre Farbe ohne dich!


~M.S. 2014